OSC

OSC – On Screen Coordinator


Prototyp einer mobilen Anwendung zur virtuellen Verteilung Verletzter im Katastrophenfall

 

Das Arbeitsprojekt OSC On Screen Coordinator ist eine Kooperation zwischen dem Steinbeis Forschungszentrum Design und Systeme und dem Innenministerium Bayern. Das Projekt wurde von Prof. Dr. Peter Sefrin, im Zuge der Kapazitätenerhebung bayerischer Krankenhäuser für den Katastrophenfall rund um die Fußball WM 2006, ins Leben gerufen.
Eine mobile Applikation soll es dem leitenden Notarzt in so einem Fall ermöglichen direkt am Unfallort eine streng kategorisierte Verteilung der Verletzten auf die
ca. 350 bayerischen Krankenhäuser vorzunehmen. Das System lokalisiert den Standpunkt des Notarztes und berechnet ausgehend von diesem ein Entfernungsranking der Krankenhäuser

Eine simple Eingabemaske in Verbindung mit Touch Screen Technologie ermöglicht es auch bei schlechter Sicht und unter körperlichen Beeinträchtigungen eine Kategorisierung nach Anzahl der Verletzen pro Verletzungskategorie durchzuführen. Jede Kategorie (von I bis III) muss nach der Eingabe separat bestätigt werden. Kleine Veränderungen bei einer Kategorie wirken sich auf die Verteilung aller Kategorien aus. Eine Berechnung der Verteilung wird deshalb für alle drei Kategorien parallel ausgelöst.
Die Verteilung findet in der Reihenfolge Verletztenkategorie I bis III auf die dem Unfallort naheliegendsten Krankenhäuser statt (entsprechend der Reihenfolge der Versorgungskategorie 2, 1, 3).

Das Ergebnis der Berechnung wird in visueller Form als Karte dargestellt. Die Krankenhäuser sind je nach der ihnen zugeordneten Verletztenkategorie unterschiedlich farbig markiert.
Bei Berührung der Markierungen wird ein Textfeld über den gesamten Screen gelegt, auf dem detailierte Informationen zum jeweiligen Krankenhaus ablesbar sind. Neben der Entfernung zum Unfallort, der Krankenhauskategorie, sowie der Anzahl der zugeordneten Verletzten, sind weitere für den leitenden Notarzt relevante Daten dargestellt (Verbrennungsund Beatmungsbetten, Hubschrauberlandeplatz etc.). Der komplette Screen ist verschiebbar und ermöglicht so eine visuelle Navigation über die Krankenhauslandschaft.

Der streng berechnete Verteilungsvorschlag kann im Nachhinein vom leitenden Notarzt verändert werden. Er kann weitere noch freie Krankenhäuser dem Ergebnis hinzufügen. Dies führt bei einer erneuten Berechnung zu einer Änderung der Karte. Dies ermöglich ein dislozierte Verletztenverteilung, was gerade bei Katastrophen mit überregionalem oder landesweiten Ausmaßen erforderlich ist. Der leitende Notarzt hat beispielsweise die Möglichkeit, nur leicht Verletzte auf sehr weit entfernte Krankenhäuser zu verteilen und somit Kapazitäten in unmittelbarer Nähe zum Unfallort freizuhalten.

 
Der Fall Bad Reichenhall hat beispielsweise gezeigt, das besonders das Problem der Steuerung des Hinzuzugs von Rettungskräften zum Unfallort noch nicht befiedigend gelöst worden ist. Ein einfaches Interface, könnte eine Verbindung zwischen Entscheidern vor Ort und dem zentralen Steuerungsorgan, der Rettungsleitstelle herstellen. Die tatsächlich notwendige Anzahl von Rettungskräften kann so eindeutig kommuniziert werden. Ein Kräfteabzug kann schnellstmöglich erfolgen.

Artikel aus "Im Einsatz" Juli 2006 – download  

 

Symposium "Disaster-Management" im Juni 2006 – in Schweinfurt

zur Veranstaltung


Weitere Presseartikel:

Mainpost Würzburg 01. Juli 2006

Sonntags Merkur 11. Juni 2006

 

Projektpartner:

Bayerisches Staatsministerium des Inneren: Katastrophenschutz

Leitender Notarzt Bayerns: Prof. Dr. Peter Sefrin